Bibersee: Märchenhafter "Urwald"
2007 zog eine Biberfamilie im Niederholz bei Marthalen ein. Sie staute den ehemals schnurgeraden Mederbach und schuf sich ihre Biber-(Traum-)landschaft. Wo vorher nur ein kleines Bächlein floss, breitet sich nun einer der grössten Biberseen der Schweiz aus – mitten im Wald. Da stehen Eichen knietief im Wasser, dort liegen gefällte Bäume im See. Der Biber hat sich einen Ort geschaffen, der wie ein Urwald wirkt. Die Strategie dahinter: Wenn die alten Bäume Platz machen, können junge Weiden nachwachsen. Und Weiden sind die Lieblingsspeise des Bibers.
2013 schlossen der Kanton Zürich, die Gemeinde Marthalen und Pro Natura einen Waldreservatsvertrag für 50 Jahre ab. Dies bedeutet, dass in der Kernzone des Reservats – also im vom Biber überfluteten Bereich – keine Forstwirtschaft mehr erlaubt ist. In der Umgebungszone sind Eingriffe weiterhin möglich, zum Beispiel um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Binsenjungfer, Pirol, Gelbbauchunke, Grauspecht und Dornschrecke: Dies sind einige Tierarten, die sich in den vergangenen Jahren im und am neuen Bibersee wieder zeigten. Sie sind Zeichen einer in der Tierwelt einzigartigen Eigenschaft des Bibers: Er gestaltet seinen Lebensraum, auch zum Wohl vieler anderer Tiere oder Pflanzen. Wo er wirken kann, bringt er die Natur am Wasser zum Erblühen.
Naturschutzgebietdetails
Anreise
Mit der S12 oder S33 nach Marthalen, von dort ca. 3.5 km zum Bibersee