Rinder Larissa von Buol
27.03.2026 Umweltpolitik

Ewigkeitschemikalien – jetzt braucht es entschlossenes Handeln

PFAS belasten auch im Kanton Zürich die Lebensmittelkette: Erste Auswertungen des kantonalen Milchmonitorings zeigen, dass Ewigkeitschemikalien weiterhin ein reales Risiko für uns als Gesellschaft darstellen. Die Naturschutzorganisationen begrüssen die Untersuchung, fordern jedoch rasches und entschlossenes Handeln, um Bevölkerung und Natur wirksam zu schützen.

PFAS sind eine ernsthafte Bedrohung für die Natur und unsere Gesundheit. Die sogenannten «Ewigkeitschemikalien» bauen sich kaum ab und reichern sich im menschlichen Körper an. Die möglichen Gesundheitsfolgen sind schwerwiegend: PFAS sind potenziell krebserregend, sind hormonell wirksam und können die Fruchtbarkeit sowie das Immunsystem beeinträchtigen.

Die Naturschutzorganisationen begrüssen, dass der Kanton die Milch auf PFAS getestet hat und sind erfreut über die hohe Teilnahmequote der Landwirtschaftsbetriebe. Dass in 11 Prozent der Proben Überschreitungen der Richtwerte festgestellt wurden, ist jedoch bedenklich. Der Nachweis von PFOS, einer Substanz, die seit 15 Jahren verboten ist, unterstreicht, wie langlebig und problematisch die Ewigkeitschemikalien sind. Zudem dürfen nicht alle Lebensmittel einzeln betrachtet werden, sondern es muss die Gesamtbelastung durch verschiedene Lebensmittel geprüft werden. Cornelia Hafner, Geschäftsführerin WWF Zürich betont: «Damit sich diese schädlichen Chemikalien in der Natur nicht weiter anreichern, muss das Vorsorgeprinzip nun konsequent angewendet werden. PFAS sind eine tickende Zeitbombe.»

Jetzt ist die Politik gefragt, um den Eintrag von Ewigkeitschemikalien in die Umwelt zu stoppen und die Bevölkerung zu schützen. Es braucht:

  • Eine wirksame, wirtschaftlich tragbare Strategie zur Reduktion von PFAS
  • Die konsequente Anwendung des Vorsorgeprinzips: Vermeidung an der Quelle, damit sich diese schädlichen Chemikalien in der Natur nicht weiter anreichern. Dafür muss die Politik und die Industrie in die Pflicht genommen werden.
  • Wissenschaftlich solide Grenzwerte für Lebensmittel und Trinkwasser
  • Transparenz durch Deklarationspflicht und Monitoring

Der Kanton Zürich kann die Verantwortung nicht an den Bund abschieben, sondern muss selbst aktiv werden, um die Natur und die Bevölkerung zu schützen.

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